Die Gewinner des Innovationspreises 2021

Die Gewinner des Innovationspreises 2021

124 Bewerbungen für den Innovationspreis des Landkreises Göttingen sind bei der WRG Wirtschaftsförderung Region Göttingen GmbH (WRG) eingereicht worden.

Damit verzeichnen die Veranstalter trotz Corona-Pandemie und verkürzter Bewerbungsfrist einen Teilnahmerekord im 19. Jahr des Wettbewerbes.

Tüftler, Entwickler, Erfinder – Insgesamt 124 kluge Köpfe haben sich für den Innovationspreis 2021 des Landkreises Göttingen unter dem Motto „Perspektiven erkennen – Fortschritt wagen!“ beworben. Teilgenommen haben Gründer, mittelständische Unternehmen, weltweit agierende Konzerne und Bildungseinrichtungen, aber auch Wissenschaftler, Studenten sowie soziale Projekte und Initiativen. In diesem Jahr konnte die Preisverleihung wieder festlich im Deutschen Theater Göttingen durchgeführt werden, nachdem diese im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Bestimmungen komplett digital abgehalten werden musste. Gerade für die Bewerber des diesjährigen Wettbewerbs war dieser Abend wieder eine gute Möglichkeit, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

 

„Der Beteiligungsrekord zeigt, dass viele Unternehmen die Krise als Chance begreifen. Perspektiven erkennen – Fortschritt wagen! Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben das diesjährige Motto des Innovationspreises wörtlich genommen“, so Landrat Bernhard Reuter. „Südniedersachsen ist Aufsteigerregion, der Landkreis Göttingen ist ein Motor dieser Entwicklung und der Innovationspreis gewinnt weiter an Bedeutung. Auch die enge Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium, das seinen Klima-Innovationspreis Niedersachsen in diesem Rahmen zum zweiten Mal verleiht, macht das deutlich und trägt zur Strahlkraft des Wettbewerbs über die Region hinaus bei“, so Reuter.

 

„Der Klimawandel hat längst unseren Alltag erreicht, ist vielfach spürbar und greifbar. Darum ist Klimaschutz in meinen Augen die wichtigste Generationenaufgabe dieses Jahrzehnts“, so Niedersachsens Umwelt- und Klimaschutzminister Olaf Lies. „Für den gemeinsamen Erfolg brauchen wir auch die Wirtschaft an unserer Seite, die mit klugen, innovativen und neuen Lösungen einen erfolgreichen Weg mitzeichnet. Ich bin überzeugt, dass wir den richtigen Weg gehen: Mehr als 40 ­­Bewerbungen für den diesjährigen Wettbewerb machen deutlich, wie viel Potential für die Unternehmen im Klimaschutz steckt. Und Klimaschutz ist für sie gleichzeitig eine große Chance, gute und zukunftsfeste Arbeitsplätze zu schaffen. Niedersachsen ist bereits Energieland Nr. 1, wir wollen auch Klimaschutzland Nr. 1 werden.“

 

GRÜNDER*INNEN UND JUNGUNTERNEHMER*INNEN

 

Mikroorganismen produzieren Lederalternative aus rein pflanzlichen Bestandteilen

In der Kategorie Gründer*Innen und Jungunternehmen*Innen traten 52 Bewerber an. Den ersten Platz gewann die GOENOMICS GmbH aus Göttingen. GOENOMICS hat ein innovatives Verfahren entwickelt, Genom-Annotationen zu beschleunigen und signifikant zu verbessern. Den Zielkunden, Saatguthersteller und Forschungseinrichtungen, ermöglicht dieses neue Verfahren große Einsparpotentiale in der Forschung und Entwicklung neuer Pflanzen, die sich den wechselnden Umweltbedingungen anpassen müssen.

Den zweiten Platz belegte die ELPIS Simulation GmbH aus Hann. Münden. Die eigens entwickelte Software ermöglicht dem behandelnden Arzt eine Risikobewertung für das Auftreten eines Schlaganfalls beim Patienten. Mit Hilfe der Simulationsergebnisse kann der Arzt genauere Diagnosen stellen und notwendige patientenspezifische Therapien ableiten. Das StartUp Amberskin aus Braunschweig erhielt den dritten Platz. Amberskin ist eine durch Mikroorganismen produzierte Lederalternative. Die Produktion des Materials dauert ungefähr zwei Monate. Dabei werden weder tierische Inhaltsstoffe noch erdölbasierte Chemikalien verwendet.

 

UNTERNEHMEN BIS 20 MITARBEITER*INNEN

 

Mit Alpakas zur High-Tech-Proteinisolierung

Große Vielfalt bewiesen auch die 36 Bewerber*innen in der Kategorie mit bis zu 20 Mitarbeiter*Innen. Den ersten Platz sicherte sich die NanoTag Biotechnologies GmbH aus Göttingen. Mit einer neuartigen Methode, Proteine in Zellen zu isolieren und zu markieren, hat sich das Unternehmen um den Innovationspreis beworben. Die Produktion dieser sogenannten ALFA-Nanobodies erfolgt mithilfe von Alpakas, weil diese ein spezielles Immunsystem besitzen. Den zweiten Platz erhielt die DBD Plasma GmbH aus Göttingen. Das Unternehmen hat einen Generator in Miniaturformat entwickelt, der mittels kaltem Plasma als Desinfektionsgerät funktioniert. Das Bauteil wird in Händetrocknern eingesetzt. Platz drei ging an die Tischlerei HvM aus Wolfsburg. Die Inno­va­ti­on „Stadt­forst­holz HvM“ steht für die zukünf­ti­ge Fokus­sie­rung der Tisch­le­rei auf die Beschaf­fung und Ver­ar­bei­tung von regio­na­lem Stadt­forst­holz. Statt dem res­sour­cen­auf­wän­di­gen Import von anony­mem Holz aus den Nach­bar­län­dern oder aus Über­see, wer­den zukünf­tig Schnitt­ab­fäl­le aus regio­na­len Quel­len bezo­gen und mit E-Fahr­zeu­gen zur Tisch­le­rei gebracht, wo es zunächst getrock­net (Strom durch PV-Anla­ge) und anschlie­ßend zu hoch­wer­ti­gen Möbeln ver­ar­bei­tet wird.

 

UNTERNEHMEN ÜBER 20 MITARBEITER*INNEN

 

Einbecker Unternehmen entwickelt „Beschützer“ für Elektroautos

In der Kategorie über 20 Mitarbeiter*Innen sind insgesamt 36 Bewerbungen von Industrieunternehmen, Forschungsinstituten und Hochschulen eingegangen. Gewonnen hat die Opitz Packaging Systems GmbH aus Kalefeld. Die Innovation ist eine erstmalige technische Lösung zum automatischen Einlegen von Luft- oder Papierpolstern in Hohlräume von gepackten Versandkartons und zwar genau dort und in der Anzahl, wo sie zum Schutz des Produkts benötigt wird. Den zweiten Platz in dieser Kategorie belegte Benas Biogasanlage GmbH aus Vorwerk.  Das Unternehmen hat ein umwelt­freund­li­ches Ver­fah­ren ent­wi­ckelt, um aus den Gär­pro­duk­ten einer Bio­gas­an­la­ge ver­wert­ba­re Bio­fa­sern zu gewin­nen. Die­se wer­den direkt vor Ort zu nach­hal­ti­gen Papier- und Faser­guss­pro­duk­ten, als grü­ne Alter­na­ti­ve zum Plas­tik, ver­ar­bei­tet. Die A. Kayser Automotive Systems GmbH aus Einbeck gewann den dritten Platz. Das Explosions-Schutzelement „Kayser Guard“ wirkt in seiner ersten Funktion als Druckausgleichselement und in seiner zweiten Funktion als Explosionsschutz für Lithium-Ionen-Batterien. Es sorgt für den sicheren Normalbetrieb der Batterie von elektrisch betriebenen Fahrzeugen und darüber hinaus in einem eventuellen Brandfall der Batterie für einen längeren Zeitraum, in dem die Passagiere das Fahrzeug gefahrlos verlassen können.

 

DREI SONDERPREISE VERGEBEN

 

Zusätzlich wurden drei Sonderpreise im Wert von jeweils 3.000 Euro verliehen. Die Sparkasse Göttingen stiftete die beiden Sonderpreise „Integration und Soziales“ und „Wissenschaft und Bildung“. Der Sonderpreis „Integration und Soziales“ ging an den Caritasverband Südniedersachsen. Der Inklusive Campus Duderstadt ist ein neu geschaffener Ort gelebter Inklusion. Die „KiTa für alle“ setzt pädagogisch-innovative Maßstäbe und bietet 170 Kindern mit und ohne Handicap Möglichkeiten, ab dem Krippenalter zu lernen, dass es normal ist, verschieden zu sein. Ergänzt wird die Kita durch ein generationsübergreifend arbeitendes Familienzentrum und die Beratungsdienste der Caritas.

Den Sonderpreis „Wissenschaft und Bildung“ erhielt das Deutsche Theater Göttingen. Gerade in der Krise zeigte das Deutsche Theater Göttingen, was es kann: Das Haus hat sehr schnell entschieden, dass der direkte Kontakt zwischen Darstellern und Publikum, trotz Pandemie nicht abbrechen darf und hat coronasichere Formate in enger Zusammenarbeit mit den städtischen Behörden entwickelt und weiter auf analoge Wahrnehmung gesetzt. Dies wurde zum Grundtenor der Arbeit.

Der Sonderpreis „Messtechnik“ wurde an die LISA Laser Products GmbH aus Katlenburg vergeben. Das Unternehmen hat im Rahmen eines Forschungsprojekts einen intelligenten Therapielaser für die Endoskopie realisiert. Das Herzstück der neuartigen Medizin-Technologie ist die photonische Autofluoreszenz von Hart- und Weichgewebe, welche in Echtzeit detektiert wird und den Therapielaser autonom steuert. Insbesondere bei schlechten endoskopischen Sichtverhältnissen oder Bewegungen der Harnsteine verhindert dies schädliche und fälschlicherweise emittierte Laserpulse.

 

SPONSOREN UND PREISGELDER

 

Unterstützt wurde der von der WRG Wirtschaftsförderung Region Göttingen GmbH organisierte Wettbewerb von den Sparkassen aus Göttingen, Duderstadt und Osterode, der EAM sowie dem Wirtschaftsverband Measurement Valley e. V. Die Sieger konnten sich ein Preisgeld von jeweils 3.000 Euro, die Zweitplatzierten von jeweils 2.000 Euro und die Drittplatzierten von jeweils 1.000 Euro sichern.


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