Die Gewinner des 20. Innovationspreises des Landkreises Göttingen

Die Gewinner des 20. Innovationspreises des Landkreises Göttingen

122 Erfindungen und Ideen bewerben sich um den Innovationspreis 2022. Im Deutschen Theater werden die Gewinner des Jubiläumswettbewerbs vor zahlreichen Gästen gekürt.

Knapp 400 Gäste verfolgten die Gala im Deutschen Theater. „Auf den Punkt gebracht.“ lautete das Motto des diesjährigen Jubiläumswettbewerbs.  Teilgenommen haben insgesamt 122 Gründer, mittelständische Unternehmen, weltweit agierende Konzerne und Bildungseinrichtungen, aber auch Wissenschaftler:innen,w Studierende sowie soziale Projekte und Initiativen. Für die Bewerberinnen und Bewerber des diesjährigen Wettbewerbs war dieser Abend wieder eine gute Möglichkeit, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

 

Landrat Marcel Riethig: „Gerade in diesem Jahr freuen wir uns über die hohe Wettbewerbsbeteiligung. 2020 waren die Konsequenzen der Coronapandemie deutlich spürbar, heute ist es die Energiekrise aufgrund des Ukrainekrieges. Daher freuen wir uns umso mehr, dass wir trotz dieser enormen Herausforderungen wieder eine hohe Beteiligung am Wettbewerb und eine hohe Qualität der Beiträge im Jubiläumsjahr erreichen konnten. Dies zeigt, dass Südniedersachsen eine Aufsteigerregion ist und die Unternehmen auch in Krisenzeiten Mut und Unternehmungsgeist besitzen. Der Innovationspreis des Landkreises Göttingen ist das Schaufenster für Kreativität und Tatkraft unserer Region. Auch die enge Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium, das seinen Klima-Innovationspreis Niedersachsen in diesem Rahmen zum dritten Mal verleiht, macht das deutlich und trägt zur Strahlkraft des Wettbewerbs über die Region hinaus bei“, so Riethig.

 

„Kli­ma­schutz ist die Genera­tio­nen­auf­ga­be die­ses Jahr­zehnts. Dafür brau­chen wir klu­ge und inno­va­ti­ve neue Lösun­gen und muti­ge Part­ner aus der Wirtschaft. Auch in diesem Jahr war der Wettbewerb um den Klima-Innovationspreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, ein großer Erfolg. Mehr als 50 Bewer­bun­gen aus ganz Nie­der­sach­sen haben deut­lich gemacht, wel­ches enor­me Poten­zi­al für die Unter­neh­men im Kli­ma­schutz steckt. Vie­le Betrie­be haben das trotz oder gerade wegen der Energiekrise erkannt und gehandelt“, erklärt der neue Niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies, der zugleich auch Vorsitzender des Lenkungskreises der Niedersächsischen Allianz für Nachhaltigkeit (NAN) ist, Ausrichterin des Klima-Innovationspreises.

 

GRÜNDER UND JUNGUNTERNEHMER/INNEN

 

Der grüne Fuchs ist immer öfter in Göttingen anzutreffen

In der Kategorie Gründer/Innen und Jungunternehmen/Innen traten 52 Bewerberinnen und Bewerber an. Den ersten Platz gewann die Grünfuchs Logistik GmbH aus Göttingen. Mit einer innovativen Kombination aus intelligenten Prozessen, Soft- und Hardware und einer nachhaltigen, lokalen Ausrichtung, soll Göttingen zur Modellstadt für urbane Logistik werden. Den zweiten Platz belegte das Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften aus Göttingen. Entwickelt wurde ein neues Kontrastmittel und MRT-Verfahren, die eine frühe Diagnose von Krebs und neurodegenerativen Krankheiten durch Sichtbarmachung von Stoffwechselkrankheiten ermöglichen sollen. Damit kann die Gesundheitsversorgung enorm verbessert werden und gerade schwer heilbare Krebsarten frühzeitig therapiert werden. Das StartUp 3Digity aus Göttingen erhielt den dritten Platz. Die Vision von 3Digity ist, eine Plattform aufzubauen, aus der automatisiert patientenspezifische Orthesen generiert werden. Eine Integration von Bildanalyse und 3D-Druck wird es erlauben, auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Rehabilitationsgeräte anbieten zu können und diese binnen kürzester Zeit in einen Rehabilitationsprozess zu integrieren.

 

UNTERNEHMEN BIS 20 MITARBEITER/INNEN

 

Mobiles, KI-basiertes Robotiksystem unterstützt nachhaltige Forst- und Landwirtschaft

Große Vielfalt bewiesen auch die 42 Bewerbungen in der Kategorie mit bis zu 20 Mitarbeiter/Innen. Den ersten Platz sicherte sich die Aqua Computer GmbH & Co. KG aus Gleichen. Mit dem einzigartigen LEAKSHIELD-System ist es dem Unternehmen gelungen, die verheerenden Schäden bei Austritt von Flüssigkeitskühlungen von Computern zu verhindern. Das System erzeugt ein genau berechnetes Vakuum im Leitungssystem, um den maximalen Druck der Flüssigkeit im System zu kompensieren. Den zweiten Platz erhielt die MID Solution GmbH aus Gittelde. Die Kernkompetenz des Unternehmens liegt in der Metallisierung von komplexen Leiterbahnsystemen auf Kunststoffbauelementen. Das Unternehmen hat ein neuartiges Verfahren zur strukturierten Metallisierung von Kunstoffen und Keramiken entwickelt. Platz drei ging an die HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit aus Göttingen. Durch einen innovativen multisensoriellen Datenfusionsansatz und autonomer Navigationsfähigkeiten wird die Aussaat, Bewässerung, Düngung und Unkrautkontrolle von Pflanzen übernommen. Dieses neuartige Robotiksystem verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, mit dem der gesamte Lebenszyklus einer Pflanze von der Aussaat, über die Pflege bis zur Ernte betrachtet wird.

 

UNTERNEHMEN ÜBER 20 MITARBEITER/INNEN

 

Durch wirkungsvollen Korrosionsschutz Ressourcen sparen 

In der Kategorie über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind insgesamt 28 Bewerbungen von Industrieunternehmen, Forschungsinstituten und Hochschulen eingegangen. Gewonnen hat die Flügel GmbH aus Osterode am Harz. Die Innovation ist ein autarkes Gerät zum Monitoring von Umweltbedingungen und Borkenkäferpopulationen. Das Gerät verfügt über einen steuerbaren Pheromondispenser, der die Lockstoffe nur bei Bedarf abgibt. Des Weiteren lässt sich mit dem Gerät Grundlagenforschung im Bereich der
Lock-, Verwirr- oder Ablenkstoffe durchführen, da deren Wirksamkeit durch das System detailliert beobachtet werden kann. Den zweiten Platz in dieser Kategorie belegte Excor Korrosionsschutz-Technologien und Produkte GmbH aus Hann. Münden. Schäden durch Korrosion sind allgegenwärtig. Die smarte Neuentwicklung stellt den gezielten Einsatz in den Mittelpunkt. Korrosionsschutz da, wo man ihn braucht und wenn es am kritischsten wird für das Bauteil. Der Einsatz innovativer Komponenten, die Bauteil, Mitarbeiter und Ressourcen schonen, das ist Excor mit der Korrosionsschutzfolie ICB gelungen. Die doks.innovation GmbH aus Kassel gewann den dritten Platz. InventAIRy XL ist eine einzigartige Innovation für die Bestandsdatenerfassung in Palettenregallager. Das Drohnensystem agiert weitgehend unabhängig von der Infrastruktur der jeweiligen Lager. Durch den Einsatz des Systems kann der Bedarf nach höherer Datentransparenz gesichert werden sowie bestehender Personalmangel kompensiert werden.

 

DREI SONDERPREISE VERGEBEN

 

Zusätzlich wurden drei Sonderpreise im Wert von jeweils 3.000 EUR verliehen. Die Sparkasse Göttingen stiftete die beiden Sonderpreise „Integration und Soziales“ und „Wissenschaft und Bildung“. Der Sonderpreis „Integration und Soziales“ ging an Aleksandra Yemelyanovich für die Elli-App. Was hat eine App zu bieten, die den Leselernprozess von Kindern mit Trisomie 21 unterstützt, und wie kann sie aussehen? Mithilfe von Design- und Forschungsmethoden wurde ein prototypisches Modell entwickelt, welches die Funktionsweisen und das Ökosystem der Applikation und des damit verbundenen Services erläutert. Den Sonderpreis „Wissenschaft und Bildung“ erhielt das III. Physikalische Institut der Georg-August-Universität Göttingen. An diesem Institut gelang es, funktionale Muskelgewebe aus Zellen von Patienten zu züchten. Zum ersten Mal ist es möglich, live bei der Muskelentstehung und -erkrankung auf subzellulärer Ebene zuzusehen, involvierte Prozesse zu verstehen und Therapeutika zu entwickeln. Der Sonderpreis „Messtechnik“ wurde an die Ludwig Nano Präzision GmbH aus Northeim vergeben. Das Unternehmen hat den LNP-Universaltester entwickelt. Hierbei handelt es sich um ein Testgerät zur Qualitätssicherung im Bereich der Elastomere und Kunststoffe. Das Besondere an diesem Gerät ist, dass alle Prüfverfahren mit nur diesem einen Gerät abgewickelt werden können. Die entwickelte Software erlaubt ein wesentlich genaueres und aussagefähigeres Messverfahren als die bisher in dieser Preisklasse vorhandenen herkömmlichen Härteprüfgeräte. 

 

Außerdem wurde in diesem Jahr erstmals ein Publikumspreis unter den nominierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom MEKOM - Regionalmanagement Osterode am Harz e.V. im Wert von 2.000 € vergeben. Hierzu hat das Publikum im Rahmen eines Live-Votings eine Abstimmung für eine der sechs verbliebenen Nominierungen, die nicht unter den Gewinnern war, abgegeben.

 

SPONSOREN UND PREISGELDER

 

Unterstützt wurde der von der WRG Wirtschaftsförderung Region Göttingen GmbH organisierte Wettbewerb von den Sparkassen aus Göttingen, Duderstadt und Osterode, der EAM, MEKOM Regionalmanagement Osterode am Harz e.V. sowie dem Wirtschaftsverband Measurement Valley e. V. Die Sieger konnten sich ein Preisgeld von jeweils 3.000 EUR, die Zweitplatzierten von jeweils 2.000 EUR und die Drittplatzierten von jeweils 1.000 EUR sichern.


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